Der Digipeater DB0THA

Unser Digi ist leider unter den Hammer gekommen!

Es war ne geile Zeit, uns war kein Link zu weit und keine Box zu groß!

Hier eine kurze Zusammenfassung des 17-jährigen Bestehens unseres Digis

Nach längerer Vorbereitung und überwindung von politischen Widerständen beim ZV der GST wurde kurz vor der Wende der wahrscheinlich erste Digi der DDR als Y51K in Betrieb genommen, was die mitlauschenden Organe mangels geeigneter Technik kurzzeitig etwas nervös machte. Der damalige Relaisverantwortliche Mathias, DL4MF, könnte dazu einige Geschichten erzählen. Der Betrieb eines Relais war damals kein finanzielles Problem, Strom kam aus der Wand und alles andere regelte die GST. Nach dem Beitritt zur Bundesrepublik schlug aber auch hier die Marktwirtschaft zu. In den letzten Jahren am Standort Wetterstation betrugen allein die Stromkosten jährlich über 750 DM. Das Angebot zum Umzug auf den Schneekopfturm der Telekom brachte für uns vorübergehend finanzielle Erleichterung und neue technische Möglichkeiten für den weiteren Ausbau von DB0THA. Nach dem Umzug des 2m-Relais im August 1995 erfolgte im Mai 1996 die Erweiterung um das 70cm-Multimoderelais. In den fast 10 Jahren an der Wetterstation Schmücke hat unser Digi Y51K/DB0THD und die Box DB0RSV einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des PR-Netzes in Mitteldeutschland geleistet. Die AmPack-Thüringen e.V. wurde gegründet und eine Initiative zum Selbstbau von 23cm-Linktransceivern ins Leben gerufen. 1998 erfolgte mit der Umsetzung des Digi auf den Schneekopf gleichzeitig die Zusammenlegung der Teilanlagen unter das Call DB0THA und die übertragung der Lizenz von DL4MF auf DL4AWK. Ab 2000 begannen wir nach einer gemeinsamen Turmbegehung mit den lokal verantwortlichen Mitarbeitern der Telekom mit dem mehrjährigen Aufbau des ATV-Linkknotens. ATV-Verlinkung von der Küste bis zu den Alpen war das große Ziel. Von Hamburg bis zum Hesselberg hatten wir es ja auch schon geschafft. Unsere Linkverbindung auf 10 GHz zu DB0SCS nach Nürnberg war eine richtig schöne Spielwiese .Der analoge ATV-Link brachte uns im 2.Tonkanal zusätzlich eine 56k-PR-Verbindung zu DB0FHN und nochmal einen Schub für Digi und Mailbox. Da man auf 10GHz noch richtig Bandbreite nutzen kann entstand in Nürnberg die Idee, mit modifizierten Netzwerkkarten Datendirektmodulation zu versuchen. Am Ende hatten wir eine stabile vollduplexfähige Richtfunkverbindung mit echten 3,3 MBit/s über eine Strecke von ca. 130 km. Die 5 PC bei DB0THA waren direkt im LAN der FH Nürnberg und hatten alle auch eine IP im 44er Netz von ampr.org . Damit hatten wir alle Möglichkeiten, die Netzwerkverbindungen neuerdings für den Amateurfunk so bieten. In der letzten Ausbaustufe hatten wir 7 Linkverbindungen und waren ein wichtiger Netzknoten. Mitten in diese Hochphase kam der Tiefschlag. Die DFMG gestattete ab 2007 nur noch 4 Antennen mit gesamt 1 Quadratmeter Windfläche, 0,5 Quadratmeter Stellfläche im Betriebsraum und 100 Watt Spitzenlast an 220 Volt. Damit war das Ende vom Digi, Mailbox, Linkstrecken und Netzwerkverbindung zur FH Nürnberg besiegelt.

Aufgrund der Antennenbeschränkungen am Standort können wir uns leider am Ausbau des HAM-Net nicht beteiligen
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